Der 11. CIO Summit am 3. und 4.4.2019 stand unter dem Thema:

„Talente bewegen … be the influence“

Was braucht es,

  • um Menschen zu inspirieren & zu bewegen?
  • um Veränderungsbereitschaft zu fördern & die Innovationskraft zu stärken?

Dazu Samy Molcho:

„Sessel kann man auf der Sachebene verrücken.
Menschen nur auf einer emotionalen Ebene.“

Und Peter Drucker mahnt:

„Kultur verspeist Strategie zum Frühstück“.

Schon in meinen Frühzeiten im Qualitätsmanagement war mir klar:

„Die besten Prozesse sind nur so gut,
wie sie von allen
– beginnend bei den Führungskräften –
gelebt werden.“

Ich habe 12 Thesen zu erforderlichem Paradigmenwechsel zusammengestellt, damit die digitale Transformation in unserer VUCA-Welt der Umbrüche zum erwünschten Erfolg führt.

  1. Daten & Vertrauen = Kapital der Zukunft

Die zu hebenden Datenschätze sind in vieler Munde. Das Vertrauen von Menschen ist mindestens genauso wertvoll. Dazu Hans Christoph von Rohr:

„Kapital lässt sich beschaffen,
Fabriken kann man bauen,
Menschen muss man gewinnen.“

Die sogenannte künstliche Intelligenz ist keineswegs intelligent. Intelligent muss das Zusammenspiel zwischen Automation und Menschen gestaltet werden. Noch weniger ist die künstliche Intelligenz kreativ oder innovativ. Der schlimmste Innovationskiller ist ja: „Das haben wir immer schon so gemacht.“ Und das perfektioniert die Automatisation, die aus vergangenen Mustern auf die Zukunft schließt. Die Innovation kann nur durch kreative Menschen entstehen. Und das erzielt man nur in einer vertrauensvollen Umgebung. Unter Druck & Stress, Angst & Schrecken ist die „Kreativitätsnuss“ im menschlichen Hirn biologisch blockiert.

Mehr dazu finden Sie in meinem Blog-Beitrag:

  1. Kulturwandel von Innen & Außen, damit digitale Strategien aufgehen

Die Unternehmenskultur zeigt sich im Verhalten von Menschen. Denn:

„Worte zeigen, wie jemand sein möchte.
Taten zeigen, wie jemand ist.“

Nichts hat mehr Einfluss auf die Produktivität & Kreativität von Menschen als das Verhalten der Führungskräfte in kritischen Situationen. Das sind Vertrauensprüfungen. Vorbild ist viel prägender als Vorschriften.

Das Verhalten wird einerseits durch innere Einstellungen & Werte sowie andererseits durch äußere Arbeitsbedingungen & Workflows geprägt.
Daher ist die Headline von STANFORD, Conn., February 11, 2019 völlig schlüssig für mich:

„Gartner Predicts by 2021, CIOs Will Be as Responsible for Culture Change as Chief HR Officers:
Successful Digital Transformation Initiatives Must Be Accompanied by Culture Changes“.

Abgesehen davon, dass ich statt HR die Bezeichnung „People and Culture“ für viel treffender halte.

Siehe dazu auch meine Blog-Beiträge:

  1. Lernen lernen statt Wissen sammeln

Die klassische Bildungseinstellung geht von konstant gültigem Wissen aus. Bei Prüfungen wird der Wissensstand der Lernenden abgefragt. Das greift in unserer rasenden Informationsgesellschaft viel zu kurz. Gefragt ist die Kompetenz des raschen Wissenserwerbs – inkl. der Prüfung der Relevanz und Gültigkeit. Bertolt Brecht hat schon gewusst:

„Talent ist Interesse“

Die wichtigste Aufgabe von Bildungseinrichtungen besteht darin, Neugierde & Interesse, Entdeckungslust & Lernfreude zu kultivieren.

Mehr dazu können Sie hier lesen:

  1. Hin-Bildung statt Fort-Bildung

Unsere weit verbreiteten defizitorientierten Lernansätze zur Erfüllung von Soll-Profilen führt in die von Prof. Hengstschläger beschriebene Durchschnittsfalle. Dieses Phänomen thematisiert auch das Kinderbuch: „Wenn die Ziege schwimmen lernt“. Das nenne ich „Fortbildung“. Hin-Bildung hingegen wäre, die Ziege in ihrer Stärke der Unterscheidung von Kräutern und den Fisch in seinem Talent des Schwimmens trainiert.

„Entwickle dich weiter
und bleibe du selbst!“

zählt zu meinen Lieblings-Widersprüchlichkeiten.

Wenn man sich zu sehr mit den Schwächen beschäftigt, stärkt man die Schwächen und schwächt man die Stärken, weil man den Fokus und damit die Energie von den Stärken auf die Schwächen lenkt. Eine Studie hat ergeben, dass man am meisten Lernen & Veränderung bewirkt, wenn man 5 x so viele positiv-bestärkende als negativ-korrigierende Rückmeldung gibt. (siehe: Harvard Business Review “The Ideal Praise-to-Criticism Ratio“ von Jack Zenger and Joseph Folkman, March 14, 2013)

Wenn es nach mir ginge, hinge in jeder Bildungseinrichtung:

„Nutze die Talente, die du hast.
Die Wälder wären sehr stumm,
wenn nur die hochbegabten Vögel sängen.“

Mehr dazu finden Sie hier:

  1. Selbstvertrauen & Eigenwirksamkeit machen überlebensstark

Das Gegenteil von Stress ist meiner Meinung nach das Vertrauen. Wenn ich mir die Lösung des Problems zutraue, dann löst sich das Problem. Als Taucherin weiß ich: Je mehr sich meinem Einfluss entzieht, desto wichtiger ist die eigenwirksame Selbststeuerung. Gegen Strömungen sinnlos anzukämpfen macht hingegen rasch atemlos.

Wenn ich Menschen in kritischen Situationen mit meinem „Über-Lebens-Set“ bestärke, ist die wichtigste Folie:

„Ein Vogel hat niemals Angst davor,
dass der Ast unter ihm bricht.
Nicht weil er dem Ast vertraut
sondern seinen Flügeln.“

 Hier können Sie Tipps zur klugen Selbststeuerung in den gesellschaftlichen & wirtschaftlichen Strömungen lesen:

  1. Perfektionismus killt Innovation

 Eine chinesische Weisheit besagt:

„Lieber auf neuen Wegen stolpern
als auf alten Pfaden auf der Stelle zu treten.“

Wenn man Neuland betritt, geht man immer das Risiko des Irrtums ein. Daher meine These: Innovationskraft braucht eine Vertrauens- & Mutkultur sowie kultivierten Umgang mit Fehlern & Irrtümern.

Hier können Sie sich dazu vertiefen:

  1. Erfahrene Anfänger*innen: Vom Alten lernen Neues zu machen

Unsere Welt der Umbrüche braucht die Kombination von Erfahrungsschätzen mit Lernbereitschaft. Eine Haltung von erfahrenen Anfänger*innen: Wenn man exzellent Schi gefahren ist und dann Snowboarden lernen möchte, braucht man den Mut zur Demut. Einerseits verfügt man über trainierte Kompetenzen wie einen guten Gleichgewichtssinn oder die Einschätzung der Hangneigung und andererseits braucht man die Bereitschaft von vorne beginnend Techniken wie das Kurvenfahren mit dem Snowboard anzueignen. Das Risiko des Stürzens und sich-lächerlich-Machens inklusive. Eine irische Weisheit besagt:

„Ein Mensch, der sein Leben so einrichtet,
dass er niemals auf die Schnauze fällt,
kriecht nur noch auf dem Bauch herum.“

Auch Entscheidungen sind immer mit dem Risiko verbunden, dass sich die Zukunft anders entwickelt als man gedacht hat. Auch sie brauchen den Mut zum Irrtum. Wenn sich im Nachhinein herausstellt, dass es doch anders zielführender gewesen wäre, gilt es, vorwärts zu lernen statt sich rückwärts zu ärgern. Der dänische Philosoph bringt das Dilemma auf den Punkt:

„Das Leben können wir rückwärts verstehen,
es jedoch nur vorwärts leben.“

Mehr dazu finden Sie in meinen Blog-Beiträgen:

  1. Gegenseitige Wertschätzung als Brücke über die digitale Kluft

Erfahrungsschätze UND frischer Wind sind gefragt. In einem Generationen-Mix sind diese optimal gegeben. Gegenseitige Wertschätzung vorausgesetzt. Ich empfehle, sich der ursprünglichen Bedeutung der Benediktiner-Regel des Gehorsams wieder zu besinnen: Gehorsam bedeutet die Verpflichtung einander Gehör zu schenken. Äbte waren verpflichtet bei ihren Entscheidungen sowohl die Meinung von Novizen anzuhören als auch seniore Mönche in ihre Entscheidungsfindung einzubinden.

Da ich mich sowohl daran erinnere, dass es zwischendurch fordernd war, mir als junge Frau Respekt bei wesentlich älteren Menschen zu verschaffen und jetzt nicht als 50+ abgestempelt werden möchte, liegt mir dieser Blogbeitrag besonders am Herzen:

  1. Vielfalt zur Risikominimierung

Unternehmen neigen dazu, immer wieder ähnliche Menschen zu rekrutieren. Gleich und Gleich gesellt sich eben gerne. In unserer Welt der Umbrüche ist dies hochriskant. In der Geldveranlagung ist Diversifizierung zur Streuung von Risiken gang und gebe, um für unbekannte zukünftige Entwicklungen breit aufgestellt zu sein.

Der Kybernetiker Heinz von Förster appelliert:

„Handle stets so,
dass die Anzahl der Wahlmöglichkeiten größer wird.“

Die Homogenität in der Monokultur ist spezialisiert. Heterogenität von Mixed Teams macht kreativ und innovativ, weil es mehr Optionen bietet. Diversity Management ist gefragt. Das Motto von meinem Möglichkeits-Meer lautet:

„Vielfalt macht vieles vielleichter
und dadurch viel leichter.“

Voraussetzung dafür ist allerdings, dass man die Falle des dichotomischen Denkens in „Stärken oder Schwächen“ bzw. „besser oder schlechter“ überwindet.

  1. Begegnungen zwischen einzigartigen Menschen

Orthopädie bedeutet die Lehre des Aufrichtens. Und während es in der Medizin um die Wirbelsäule, den Stand und den Gang geht, dient die Mentale Orthopädie® der Entfaltung des Rückgrats, der inneren und äußeren Standfestigkeit und der geistigen Beweglichkeit von Menschen – für aufrecht-aufrichtige, Sinn-geprägte Beziehungen auf Augenhöhe.

Unser abendländisches Denken ist geprägt von einem Menschenbild der Mensch sei der Mann, dieser auf den Kopf reduziert und sein Denken. Vielmehr als „Ich denke also bin ich.“ gilt neurobiologisch die Beschreibung vom Physik- & Philophie-Professor Herbert Pietschmann:

„Ich kommuniziere also sind wir.
Wir kommunizieren also bin ich.“

Artgerecht gehalten sind wir Menschen soziale Wesen.

Siehe auch:

  1. Humor macht kreativ & innovativ – stressresistent & krisenfest

Meine absolute Lieblings-Widersprüchlichkeit:

„Lasst uns Humor viel ernster nehmen
und g’scheit blödeln,
um die Möglichkeiten zu mehren!“

Widersprüchliches finden wir spannend & lustig. Und es macht uns kreativ. Das Ohm’sche Gesetz zwischenmenschlicher Beziehungen:

„Spannung ist Potentialdifferenz.
Und wenn der Widerstand passt,
fließt Strom
und wird Faktor der Leistung.“

Lachen ist außerdem das wirkungsvollste Mittel gegen Stress. Dass sich dabei die Muskeln entspannen, merken wir daran, dass wir uns vor Lachen krümmen. Evolutionsbiolog*innen gehen davon aus, dass sich die Fähigkeit des Lachens schon bei Affen als Ventil zum Spannungsabbau entwickelt hat.

  1. Führen braucht entschlossenes Zupacken & vertrauensvolles Zulassen

Im Sommer 2018 hat Mag. Michael Köttritsch, Leiter des Ressort „Management & Karriere“ der Tageszeitung „Die Presse“ ein Interview mit mir zu meinem Möglichkeits-Meer geführt. Seine Lieblingsgeschichte: ein 20-jähriger durchtrainierter Sportstudent musste seinen Tauchgang abbrechen. Er hatte versucht, gegen die Strömung anzukämpfen. Atemlos hat er das Riff nicht erreicht. Ich verfüge über deutlich weniger Muskelkraft. Allerdings habe ich mich selbst klug zur Strömung gesteuert OHNE gegen sie anzukämpfen. Erfolg braucht eben nicht nur Tatkraft sondern auch Akzeptieren & Einlassen. „Was ist vorgegeben & was ist von mir gestaltbar?“ ist immer wieder die entscheidende Frage. Den Paradigmenwechsel der Führung formuliere ich daher häufig:

„Von Macher*inner zu Ermöglicher*innen“

Professorin Rosee Riggs vom Max Reinhardt Seminar unterscheidet beim Führen des Ensembles zwischen:

„Voyeur*innen & Dompteur*innen“

Viel Spaß beim Vertiefen dieser Gedanken!

Bald darf ich wieder einen humorvollen Nährboden für Kreativität & Innovationskraft legen:

am 26.9.2019 beim #BeCIO in Frankfurt am Main

und am 26.11.2019 beim Innovative CIO 2019 in Wien.

Monika Herbstrith-Lappe

Über: Monika Herbstrith-Lappe

Geschäftsführende Unternehmerin von Impuls & Wirkung – Herbstrith Management Consulting GmbH, High Performance Coach, Keynote Speaker, Top Trainerin, Certified Management Consultant, Autorin von Büchern und Fachartikeln