HIN-Bildung statt Fort-Bildung: Vom Alten lernen Neues zu machen

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HIN-Bildung statt Fort-Bildung: Vom Alten lernen Neues zu machen

Und unsere Welt der Umbrüche braucht die Haltung von „Erfahrenen AnfängerInnen“, die ihre Erfahrungsschätze in geänderten Situationen in neuer Weise nutzen, die Kraft aus den bereits erzielten Erfolgen schöpfen und damit neugierig, wissbegierig und lernfreudig Neuland erkunden. Lebenslanges Lernen bedeutet auch, vom Alten für Neues zu lernen. So bin ich jetzt Speaker, Trainer & Coach für nachhaltig-gesunde Leistungsstärke auf Basis von Lebensfreude. Neulich hat Gisela Zechner von Life Science ein Karriere-Interview mit mir geführt und mich dabei gefragt, ob dafür nicht ein anderes Studium als  Mathematik & Physik zielführender gewesen wäre. Ich habe mich vehement für den Wert meines naturwissenschaftliches Studiums ausgesprochen: In der Mathematik habe ich exzessiv trainiert, implizite zu hinterfragen, explizite Voraussetzungen zu verändern und damit Lösungsräume wesentlich zu vergrößern. Durch das Studium der modernen (Quanten-)Physik ist mir der professionelle Umgang mit Widersprüchlichkeiten höchst vertraut. Das sind Kompetenzen & Denkweisen, die mir auch jetzt für ganz andere Themen und Zielsetzungen höchst nützlich sind.

Soll-Profile der erforderlichen Kompetenzen entspringen einem Defizitdenken, das wenig effektiv ist. Es führt in die von Hengstschläger beschriebene Durchschnittsfalle. Wenn man sich zu sehr mit den Schwächen beschäftigt, stärkt man die Schwächen und schwächt man die Stärken, weil man Energie und Aufmerksamkeit von dem Gewünschten auf das Unerwünschte lenkt. Viel effektiver ist es dagegen die Stärken zu kultivieren. Ich nenne das HIN-Bildung statt Fortbildung. Fortbildung wäre, einem Fisch das Baumklettern beibringen zu wollen. Viel vernünftiger ist es, dass Fische ihre Stärke des Schwimmens ausbauen und verfeinern. Wenn es nach mir ginge hinge in jeder Bildungseinheit beginnend mit dem Kindergarten:

„Nutze die Talente die du hast.
Die Wälder wären sehr stumm, wenn nur die hochbegabten Vögel sängen.“

Wie gelingt es, Talente zu gewinnen und zu erkennen? „Was habe ich schon geschafft und welche Stärken von mir haben sich dabei bewährt?“ ist eine höchst nützliche Frage, um Talente zu erkennen. Und es macht krisenfest, wie auch diese Volksweisheit verdeutlicht:

„Ein Vogel hat niemals Angst davor, dass der Ast unter ihm bricht.
Nicht weil er dem Ast vertraut, sondern seinen Flügeln.“

Höchst zielführend ist auch die Frage: „Was machen Sie in Ihrer Freizeit gut & gerne?“ Denn auch das wird durch persönliche Talente und trainierte Kompetenzen ermöglicht, die häufig auch beruflich nutzbar sind. Das bietet den zusätzlichen Vorteil, dass wir lustvoll lernen, was besonders effektiv ist.

Und dann gilt es, ein Umfeld zu schaffen, in dem sich Talente optimal entfalten & nutzen lassen. Der Seminarkabarettist Dr. Eckart von Hirschhausen nennt das Pinguin-Prinzip: An Land tolpatschig sind sie in ihrem Element Wasser das Tier, das am Energie-effektivsten schwimmt.

Fatal ist dabei die Neigung der Unternehmen zur Ähnlichkeitskultur: Im Recruiting werden immer wieder Menschen bevorzugt, die den bereits vorhandenen AkteurInnen ähnlich sind. Gleich und Gleich gesellt sich eben gerne. Doch diese Monokultur ist in unserer Welt der Umbrüche fatal. So wie Wälder krisenanfällig sind, wenn sie einseitig bepflanzt sind. Beim Aufforsten wird jetzt schon auf Vielfalt gesetzt, um dem sich abzeichnenden Klimawandel gerecht zu werden. Darum auch mein Slogan

„Vielfalt macht vieles vielleichter
und damit viel leichter.“

Vielfalt erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Zielführendes dabei ist. Heinz von Förster appelliert, dass Entscheidungen Möglichkeiten erschließen und nicht in Sackgassen führen sollen. Es braucht daher gelebtes, sinnvoll genutztes und nicht nur zur political correctness behauptetes Diversity Management.

Michal Ghezzo hat im Vorfeld meines Trainings mit mir ein Interview geführt „CIOs als Talentemanager

Das Training „Disruption und Führung – Management Maximen für das Digitale Zeitalter
im Rahmen von Confare
findet am 19.11.18 statt.

Das CIO-Summits 2019 steht unter dem Motto „Talente bewegen – be the influence
Ich freue mich darauf, zu diesem Thema, das mir in besonderer Weise am Herzen liegt, mit meinen Impulsen mit-wirken zu dürfen.

Über: Monika Herbstrith-Lappe

Geschäftsführende Unternehmerin von Impuls & Wirkung – Herbstrith Management Consulting GmbH, High Performance Coach, Keynote Speaker, Top Trainerin, Certified Management Consultant, Autorin von Büchern und Fachartikeln

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