Eine der erfreulichsten Erkenntnisse aus der aktuellen intensven Forschung der Neurowissenschaft: die unglaubliche Plastizität unseres Gehirns. Damit sind wir bis hohe Alter lernfähig. Ich bin seit meiner Kindheit besonders lernfreudig. Ein Leben ohne ständige Weiterbildung kann & will ich mir nicht vorstellen.

Siehe auch meinen Blog-Beitrag:
Unser lernfreudiges Hirn – Paradigmenwechsel des Lernens

Dem Zitat von Sokrates stimme ich nur bedingt zu:

„Die Klugen lernen aus allem und von jedem/jeder.
Die Normalen lernen aus ihren Erfahrungen.
Die Dummen wissen alles besser.“

Ich bin davon überzeugt, dass man alles – Erfolge & Gelingen genauso wie Scheitern & Misslingen – als Lernchance nutzen kann.

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Lernen von den Besten

Die noch Klügeren sind allerdings wählerisch von wem sie lernen wollen. Das erhöht die Effektivität im Erwerb von neuem Wissen & zusätzlichen Kompetenzen gleichermaßen wie die Freude & den Spaß am Lernen. Das hat wiederum den erwünschten Nebeneffekt, dass man lustvoll auch nachhaltiger, weil einprägsamer lernt.

Von Trainer-Kolleg*innen lernen

Abgesehen von meinem Bildungsdurst ist es mir auch als Trainerin & Vortragende wichtig, immer wieder zu erleben, wie es sich auf der anderen Seite anfühlt – nämlich Teilnehmerin zu sein.

Was steigert meine Lernfreude & was hemmt sie?

Wenn Trainer*innen mitbekommen, dass eine ihrer Teilnehmer*innen auch Trainerin ist, fällt die Reaktion ganz unterschiedlich aus:

  • die einen sind irritiert & verunsichert, manchmal sogar zurückhaltend, ihre Inhalte zu vermitteln & Unterlagen zur Verfügung zu stellen, weil sie in mir Konkurrenz vermuten.
    Kompetente Fragen werden als Bedrohung empfunden.
  • die anderen reagieren freudig, manchmal sogar stolz, dass eine Kollegin ihre Kompetenz so sehr schätzt, dass sie von ihm/ihr lernen möchte.
    Dort sind dann auch fundierte Fragen herzlich willkommen
Mich erinnert das an den Ausspruch von General außer Dienst Dr. Kühnel:

 

„Erstklassige Führungskräfte versammeln ein erstklassiges Team um sich.
Zweitklassige Führungskräfte sorgen dafür, dass das Team drittklassig bleibt.“

Für die einen sind meine Erwartungen & Fragen eine lästige Unbequemlichkeit & für die anderen das, was sie in meiner Absicht auch sind; Ausdruck von Interesse am Themen & Zutrauen an meine Lehrenden, von ihnen kompetente Antworten zu bekommen.

Die Hürde des Lernens

Einer der bekanntesten Aussprüch von Sokrates ist:

„Ich weiß, dass ich nicht weiß.
viele wissen nicht einmal das.“

Und Alexander von Humboldt meint sogar:

„Die wichtigste Erkenntnis der Menschheit
ist die Entdeckung des Nichtwissens“

Um lernen zu können, führt der erste Schritt hinaus von der unbewussten Inkompetenz in die bewusste Inkompetenz. Es gilt die eigenen blinden Flecken zu beleuchten. Das braucht den Mut zur Demut. Wir allen wollen souverän sein. Im Sinne von Souveränität 1.0 wollen wir perfekt sein, alles können & alles wissen. Da fällt uns schwer zu akzeptieren, dass wir noch etwas „lernen müssen“. Souverän 2.0 geht es darum stimmig zu agieren – inkl. Ecken & Kanten, Fehlern & Pannen, Wissen & noch-nicht-Wissen. Da ist uns bewusst, dass wir noch etwas lernen können, weil wir schon viel wissen. Schließlich ist ja „noch besser“ die Steigerung von „gut“ und nicht von „schlecht“.
siehe Paradigmenwechsel des Lernens.

Konstruktive, lösungsorientierte Kritik

Die Kompetenz von Trainer*innen setze ich voraus, bzw. überprüfe ich im Vorfeld aufgrund von mir zugänglichen Informationsquellen. Zur Professionalität von Trainer*innen gehört auch, dass sie Kritik im Sinne des Harvard-Verhandlungsprinzips üben – das übrigens auf den Jesuiten Claudio Aquaviva zurückgeht, der im 16. Jahrhundert gelebt hat:

„Weich in der Form & hart in der Sache“

Für mich als Teilnehmerin ist beides unerlässlich:

  • Wertschätzung auf der persönlichen Beziehungsebene
  • klare Worte auf der inhatlichen Sachebene
Als Mensch möchte ich, dass mir Trainer-Kolleg*innen auf Augenhöhe begegnen. Das sollte aus meiner Sicht für alle Lehrende & Vermittelnde eine Selbstverständlich keit sein. Allerdings habe ich bei den vielen Trainings & Weiterbildungen, die ich bereits absolviert habe, auch schon sehr anders erlebt.

Natürlich freue ich mich, wenn ich in Trainings als Feedback meine Stärken gespiegelt bekomme. Das ist auch wertvoll, weil ich dann meine Stärken noch (selbst-)bewusster & damit gezielter nutzen kann. Ich möchte auch erfahren, was ich noch besser machen könnte und wo ich dzt. noch Defizite habe – in einer Art & Weise, die Würde wahrt. Tipps & Tricks, wie es mir leichter gelingt zusätzliche Kompetenzen zu erlangen sind mir natürlich allerHERZlichst willkommen.

Kompetenzen zu fördern braucht die Herausforderung

Muskeln wachsen am Widerstand. Effektiver Wissenserwerb & nachhaltige Kompetenzerweiterung findet auch jenseits der Komfortzone des Vertrauten statt. Als Teilnehmerin will ich auch gefordert werden. Trainer*innen sollen mir auch Sparringpartner*innen sein. „Dünne Suppen“ an Lerninhalten führen zu Langeweile durch Unterforderung.

Vermutlich kennen Sie den Effekt, dass sich neue Sprachen umso rascher erlernen lassen, je mehr Sprachen man schon spricht. Dieses Phänomen gilt allgemein. In meiner bildlich-maritimen Sprache:

„Je buchtenreicher die Landkarte des Wissens bereits ist,
desto leichter & rascher kann neues Wissen andocken.“

Ich erwarte mir auch von effektiven Trainings, dass das Lerntempo passt. Deshalb leiste ich mir immer wieder auch Einzel-Intensiv-Trainings, die ganz auf meine Bedürfnisse & Ziele abgestimmt sind. In Gruppentrainings bin ich auch wählerisch, welche Teilnehmer*innen-Gruppe zu erwarten ist.

Stimmig auch stimmlich

Glaubwürdigkeit durch Stimmigkeit ist einer meiner ganz zentralen Werte. Dass Worte & Handlungen kongruent sind, ist das Eine. Dass auch der stimmliche Ausdruck & die Körpersprache dazu passt das Andere. Einen Lehrgang & mehrere Trainings zu Körpersprache habe ich bereits absolviert. U.a. bei Prof. Samy Molcho. Im Sinne meiner oben angeführten Prinzipien habe ich mir eine Intensivausbildung bei der Nr. 1 der Stimm- & Sprechtechnik gegönnt: Prof. Ingrid Amon, Präsidentin der Internationalen Netzwerks Stimmexpert*innen.

Die Wirkung des „Professional Voice Improvement“ hat meine Erwartungen sogar noch übertroffen: einerseits hat die professionelle Vorbereitung dazu beigetragen, dass ich den Speaker Slam gewonnen habe. Andererseit haben die effektiven Stimmübungen dazu geführt, dass ich überraschend rasch meine neu erworbenenen Kompetenzen der verfeinerten Artikulation mir nicht nur angeeignet sondern auch zur neuen Selbstverständlichkeit verinnerlicht habe.

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Monika Herbstrith-Lappe

Über: Monika Herbstrith-Lappe

Geschäftsführende Unternehmerin von Impuls & Wirkung – Herbstrith Management Consulting GmbH, High Performance Coach, Keynote Speaker, Top Trainerin, Certified Management Consultant, Autorin von Büchern und Fachartikeln