
Meine Coachees kommen häufig zu mir, weil sie vor einer Entscheidung stehen.
„Es ist so schwierig. Ich weiß nicht wofür ich mich entscheiden soll.“
Doch statt sie zu bemitleiden beglückwünsche ich sie: Offensichtlich haben sie mehrere gute Alternativen.
So erfreulich es ist, über mehrere Möglichkeiten zu verfügen, gilt es neurowissenschaftliche Hürden zu überwinden, um durch umgesetzte Entscheidungen, daraus gute Wirklichkeiten zu schaffen.
Coaching-Methoden sind dafür förderlich.
Die lähmende Angst vor falschen Entscheidungen
Oft erzähle ich die Geschichte von der Weggabelung: Eine Frau will unbedingt ans Meer. Vor lauter Angst vor einer falschen Entscheidung bleibt sie an einer Weggabelung sitzen. Am Ende ihres Lebens entschließt sie sich, etwas ganz Anderes zu unternehmen, nämlich das Gebirge zu besteigen, um das herum sich die Wege schlingen. Am Gipfel stehend sieht sie in der Ferne das Meer. Sie erkennt, dass alle 4 Wege in unterschiedlicher Weise zum Meer geführt hätten.
Es ist häufig der Fall, dass es gar nicht so wichtig ist, wofür man sich entscheidet, sondern dass man sich entscheidet und aus der getroffenen Entscheidung das Beste macht.
Konfuzius appellierte bereits:
„Wohin du auch gehst,
geh‘ mit deinem ganzen Herzen.“
Energiefresser Entscheidungsdruck
So wie man nicht nicht kommunizieren kann, kann man sich auch nicht nicht entscheiden. Denn wenn man sich nicht entscheidet, entscheidet man sich unbewusst, es so zu belassen, wie es dzt ist. Solche schwelenden Entscheidungen kosten viel Energie, um immer wieder verdrängt zu werden. Verweigerung von Entscheidungen kann Symptom und Ursache von depressiven Verstimmungen sein. Psychosomatisch kann es auch zu Problemen mit Kiefer und Zähnen führen: Es fehlt uns der Biss der Entschlossenheit.
Das Zitat von unbekannt
„Wer sich immer alle Türen offen halten möchte,
wird sein Leben auf dem Flur verbringen.“
erinnert an den Ausspruch von Franz Kafka
„Je länger man vor der Tür zögert,
desto fremder wird man.“
Befreiend kann dann die bewusste Entscheidung sein:
Ich entscheide mich jetzt für den Status Quo.
Zum Zeitpunkt x prüfe ich wieder die Alternativen.
Unbewusste Entscheidungen bewusst machen
In vielen Fällen stellt sich auch im Coaching heraus, dass Coachees innerlich schon die Entscheidung ganz klar getroffen haben. Wegen der daraus resultierenden Konsequenzen, wollen sie sich das häufig nicht eingestehen. Coaching-Methoden fördern einerseits innere Klarheit und ermutigen andererseits zur Entschlossenheit. Gegen das Verdrängen von unbequemen Erkenntnissen hilft z.B. die Affirmation:
„Ich lebe die Antworten meiner Suche.“
Der Preis von Entscheidungen
Man kann sich NIE nur FÜR etwas entscheiden, sondern immer auch GEGEN etwas. Aus mehreren Optionen wird eine aus- und andere abgewählt. Unser Hirn hat eine Verlustaversion: Ein möglicher Verlust wird als negativer bewertet als ein gleich großer möglicher Gewinn positiv bewertet würde. Dieser Verzerrung unserer Wahrnehmung gilt es gezielt entgegenzusteuern.
Unser Gehirn neigt auch dazu, getroffene Entscheidungen nochmals zu prüfen, weil Entscheidungen selten als vollständig abgeschlossen verarbeitet werden. Nach einer Wahl vergleicht das Gehirn das tatsächliche Ergebnis mit möglichen Alternativen: „Was wäre gewesen, wenn ich anders entschieden hätte?“ Diese nachträgliche Prüfung kann sinnvoll sein, weil sie Lernen ermöglicht und künftige Entscheidungen verbessert. Sie kann aber auch zu Grübeln führen, besonders wenn die Entscheidung bedeutsam war, unter Unsicherheit getroffen wurde oder mehrere attraktive Alternativen offenstanden.
Achtung: Viele neigen dazu, die Vorzüge der Alternativen und die Nachteile der getroffenen Wahl zu überbewerten. Klüger ist es, sich immer wieder die Vorteile bewusst zu machen. Die Nachteile sind der Preis der getroffenen Entscheidung.
Jetzt für die Zukunft entscheiden
Entscheidungen betreffen die Zukunft. Aufgrund von meinem jetzigen Wissen kann ich Annahmen für die Zukunft generieren. Das beinhaltet immer das Risiko, dass sich die Zukunft tatsächlich anders entwickelt. Mit einer soliden Entscheidungsgrundlage kann ich dieses Risiko minimieren, aber nie völlig ausschließen. „Ich entscheide mich erst, wenn ich alles weiß.“ ist eine nicht zielführende Strategie des Aussitzens.
Wenn sich eine getroffene Entscheidung als nicht vorteilhaft herausstellt, hilft der Gedanke:
„Mit dem heutigen Wissen, hätte ich damals anders entschieden.
Mit dem damaligen Wissen, war es dennoch eine gute Entscheidung.“
In Kombination mit den zukunftsgerichteten Fragen:
Welche Entscheidung kann ich jetzt treffen,
um die Vorteile zu steigern & die Nachteile zu lindern?
Was lerne ich daraus für zukünftige Entscheidungen?
Beglückende Entscheidungen
Es ist immer wieder so eine beglückende Erfahrung, wenn Coachingmethoden wirksam zum Treffen einer stimmigen Entscheidung geführt haben. Ersichtlich ist das an befreiten & strahlenden Gesichter. Schließlich ist der Entscheidungsdruck überwunden. Große Last ist abgefallen. Erleichterung pur. Das schafft Raum für Vorfreude auf das Kommende!
Über: Monika Herbstrith-Lappe
Geschäftsführende Unternehmerin von Impuls & Wirkung – Herbstrith Management Consulting GmbH, High Performance Coach, Keynote Speaker, Top Trainerin, Certified Management Consultant, Autorin von Büchern und Fachartikeln
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