Christoph Wirl, Herausgeber des Magazins TRAiNiNG, hat 4 für ihn herausragende Trainerinnen-Persönlichkeiten für die Coverstory der Ausgabe Nr. 7 | November 2021 zum Interview gebeten. So auch mich.

Gerne gewähre ich Einblicke in meine Lebensgeschichte und die Hintergründe meines Schaffens.

Diese können Sie in der von Magazin TRAiNiNG gekürzten Form hier lesen:

Monika Herbstrith-Lappe im Porträt

Im Folgenden können Sie meine ungekürzten Antworten lesen.

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Steckbrief

Name: Mag.a Monika Herbstrith-Lappe

Geburtsjahrgang: 1961

Aufgewachsen in: Gloggnitz, NÖ

Ausbildung:

  • Doppelstudium Mathematik & Physik, erkenntnistheoretisch-philosophisch
  • seither unzählige Weiterbildungen von der mathematisch-statistischen Zahlenwelt
  • über Managementwissen, Neurowissenschaft, Coachingmethoden und Mentaltraining des Leistungssports
  • bis zur Humor- und Herzensbildung

Trainerin seit: 1983

Trainingsschwerpunkte bzw. berufliche Schwerpunkte:

  • leistungsstark & lebensfroh
  • stressresistent & krisenfest
  • Souveränes (Self-)Leadership

Persönliche Hobbys: Tauchen, Theater, Freundschaften

Kinder: Lieblingstocher Hanna, Expertin der Bauwirschaft, Lieblingssohn Tim, Mathematiker und Data Analytics Professional

Im Urlaub bin ich am liebsten: mit meinem Mann in tropischen Meeren oder in den Cenoten Mexikos

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Seit wann üben Sie Ihren Beruf aus, und wie kam es zu der Entscheidung?

Als 3-jähriges Kind am Land kannte ich in meinem Umfeld Frauen, die Lehrerinnen, Bäuerinnen oder Hausfrauen waren. Die großen Tiere waren mir unheimlich. Daher wollte ich nicht Bäuerin werden. Wenn es am Montag die Reste vom Sonntagsessen gab, bekam mein Vater das Schnitzerl. Da erkannte ich, Hausfrau zu sein ist auch nicht attraktiv. Also beschloss ich Lehrerin zu werden. Schulespielen war eine meiner Lieblingsbeschäftigungen. Anderen Wissen zu vermitteln war ganz meines. Meine Eltern haben mir den Glaubenssatz mitgegeben: Du kannst nicht singen und nicht turnen. Damit konnte ich nicht Volksschullehrerin werden. Daher ging ich in die Hauptschule, damit ich diesen Schultyp kennenlernte.

Mit 12 Jahren habe ich dann erfahren, dass es auch Universitäten gibt. Ungefähr zu dieser Zeit hat mich dann die elektrische Klingel so fasziniert, dass ich beschlossen habe, Mathematik und Physik Lehramt zu studieren. Während des Studiums hat mir dann die Vorstellung gar nicht gefallen, dass ich bis zu meiner Pension in die Schule gehen werde. Deshalb habe ich parallel die Diplomstudien Mathematik und Physik studiert, um zusätzlich das wissenschaftliche Standbein zu haben. Dabei habe ich mich auf die erkenntnistheoretisch-philosophische Seite vertieft. Wie sich die Menschen Gedanken über die Welt machen und wie das Einfluss auch auf die nur scheinbar objektiven Ergebnisse der Naturwissenschaft haben. Wie die Beobachtenden immer Einfluss nehmen auf ihre Beobachtungen. Dass es keine Wissenschaft geben kann, die ohne Annahmen auskommt. Dieses konstruktivistische und sehr reflektierte Denken an den Verbindungsstellen zwischen Hard Facts und Soft Skills prägt mich immer noch. Neugierde und Wissbegier, Lernfreude und Entdeckungslust ziehen sich seit damals als roter Faden durch mein Leben.

Mit 21 Jahren habe ich meine Physikdiplomarbeit „Physik des Hörens, Sprechens und Gleichgewichthaltens“ in einem Vortrag auf einem Kongress für Physiklehrer:innen an der Universität Klagenfurt präsentiert. In humorvoller, bildhafter Weise mit einfachen Experimenten hat mir das viel Freude bereitet. Tolle Rückmeldungen haben mich bestärkt. Seit damals liebe ich es, auf der Bühne zu stehen.

Im Alter von 22 Jahren bin ich nach Abschluss meines Doppelstudiums gleich in die Erwachsenenbildung gestartet: In die berufsbegleitende Ingenieursausbildung am TGM, in Wien. Meinen damaliger Chef Julius Schärf hat imponiert, dass ich wie er seinerzeit, die Mindeststudiendauer um 1 Jahr unterschritten habe und das mit einem Notenschnitt 1,0. Er war mein extrem fordernder Förderer. So hat er mir die Rückmeldung gegeben, dass er noch nie einen Menschen gesehen hat, der so viel geleistet hat wie ich und gleichzeitig so wenig Selbstvertrauen hat. Er hat mich bestens darin unterstützt, allmählich selbstbewusster zu werden. Das habe ich auch dringend gebraucht.

Ich war schon in diesen jungen Jahren verantwortlich für eine Klasse mit 30 Männern, die alle deutlich älter waren als ich. So war in meinem 1. Schuljahr Siegfried Wolf einer meiner Schüler. Er damals Qualitätsdirektor bei Hirtenberger und ich habe ihn im Aufbaulehrgang frisch von der Universität kommend in „Statistischen Methoden der Qualitätssicherung“ unterrichtet. Wir haben es beide überlebt.

Meine Überlebensstrategien waren schon damals:

  1. Fundiertes Wissen. Ich habe die Zusammenhänge so tief verstanden, dass ich sie mittels Storytellings einfach erklären und lustig veranschaulichen konnte.
  2. Ich habe mir einen fiktiven Ur-Ur-Ur-Großvater zugelegt, der Hofnarr war. In hofnärrischem Humor habe ich dann zu meinen Schüler:innen, Kolleg:innen und auch zu meinem Chef freche Sachen gesagt, um mich gleich ganz artig zu entschuldigen, dass ich nichts dafürkann, weil ich erblich belastet bin. Generationen hat er verschont, bei mir hat die hofnärrische Erbschaft heftig durchgeschlagen.
  3. Ich habe mich als Dienstleisterin verstanden. Mir war klar, die Mathematik und Physik ist für meine Schüler:innen nicht Selbstzweck. Sie brauchen sie, um z.B. Mechanik verstehen zu können. Ich habe sie immer allerbestens auf die Mechanikschularbeit vorbereitet. Schließlich hat der Direktor der Schule, gegen dessen Willen ich eingeschult wurde, Mechanik unterrichtet. Da war es auch in meinem eigenen Interesse, dass meine Schüler keine Mathematikdefizite zeigten.

Mit 23 Jahren habe ich dann begonnen auch Wirtschaftstrainings für Unternehmen zu gestalten sowie Lehrgänge und Vorträge zur Fortbildung von Professor:innen zu gestalten. Zunächst Statistische Methoden der Qualitätssicherung, dann Qualitäts- und Prozessmanagement, dann unternehmensweite Kund:innenorientierung. Wenig später habe ich auch 4-wöchige Lehrgänge in Deutschland geleitet. 30 Männer im Seminarhotel auf der Wiese. Ich war für alles verantwortlich. Angekündigt wurde ich in der Lehrgangsbeschreibung meist mit „Herr Professor Monika Weiss“ aus Wien. – Weiss war damals mein Familienname. – Deutsche Logik: In einem Land, in dem es einen Klaus-Maria Brandauer gibt, gibt es vielleicht auch einen Herrn Monika. Oder sie haben es schlicht überlesen. Auf jeden Fall waren die Allermeisten überrascht, wenn sie dann mich gesehen haben. Die übliche Begrüßung war: „Und wann kommt der Herr Professor.“ Worauf ich augenzwinkernd meinte: „SIE steht vor Ihnen.“

Mit 23 Jahren habe ich mich in die psychologische Welt vertieft. Zunächst um meine eigenen Lebensknoten zu lösen. Ich war Workaholic. Mein Leben war von tragischen familiären Ereignissen geprägt. Mein Bruder ist ertrunken als er 5 und ich 3 Jahre alt war. Meine Mutter ist über diesen traurigen Verlust nie hinweggekommen. Sie ist psychisch erkrankt.

Reinhold Messner ist auf die 8000 geflohen. Ich in die philosophischen Weiten und Tiefen der Mathematik und Physik. Beide haben wir unsere Leistungsgrenzen ausgelotet. Ein Gruppendynamik-Training im Jahr 1984 hat mich heftigst wachgerüttelt. Danach habe ich viele psychologische Trainings von Transaktionsanalyse, tiefenpsychologischer Märcheninterpretation nach C.G.Jung, Märchenausdruckstanz, Bioenergetik nach Alexander Lowen, usw. besucht. Mir ist klargeworden, dass ich keine Chance habe, vor mir selbst davonzulaufen. Daher habe ich den Mut aufgebracht mein inneres Ausland zu erkunden – um mit den Worten von Sigmund Freud zu sprechen.

Ich liebe es, Welten zu verbinden. Darum habe ich ja auch Physik studiert: Wie sich die Atome in den Sternen widerspiegeln und umgekehrt. In diesem Sinne habe ich mir 1996 gedacht: „Die besten Prozesse sind nur so gut, wie sie gelebt werden. Daher möchte ich mein privates Interesse an Psychologie und meine beruflichen Themen zusammenführen.“ Ich habe eine zweijährige systemische Coaching-Ausbildung bei Professor Uwe Grau, Universität Kiel, absolviert. 1998 habe ich dann mein Unternehmen „Impuls & Wirkung – Herbstrith Management Consulting“ gegründet.

Das Buch „leistungsstark & lebensfroh“, das ich gemeinsam mit meinem Mann Manfred Lappe geschrieben habe, ist mein Hauptwerk. Gesunde Leistungsstärke auf Basis von Lebensfreude statt krankmachendem Workaholic auf Kosten von Lebensqualität. Ein Lebensthema von mir.

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Was sind Ihre größten Erfolge?

Ich habe beim Speaker Slam 2020 den Medien Award für höchste Relevanz und Attraktivität für Medien gewonnen habe. Das freut mich auch deshalb ganz besonders auch deshalb, weil ich kurz davor an beiden Armen schwerste Schnittverletzungen erlitten habe. „Trotzdem gut drauf sein“ vermittle ich in meinen Trainings und Vorträgen. Beim Speaker Slam habe ich es unter Beweis gestellt.

Das eine ist eine einmalige Spitzenleistung. Das andere ist langjährige Topleistung: Von imh – vormals iir wurde ich bereits 13 x ausgezeichnet, davon 11 x „Trainer of the Year“ in Folgejahren. Das hat noch niemand vor mir geschafft. Grundlage dafür sind die Auswertungen aller Teilnehmer von allen Trainings. Zumal ich auch „schwierige Themen“ wie „Mit weniger Mitarbeiter mehr leisten“ oder „Führen im Sandwich“ oder „Führen ohne Macht der Hierarchie“ mache, bei denen häufig frustrierte Teilnehmer von ihren Chefs geschickt werden, freut mich das ganz besonders.

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An welches skurille Erlebnis aus den letzten 20 Jahren werden Sie sich ewig erinnern?

Bei einem Training für das Krankenhaus der Elisabethinen in Linz war eine 75-jährige Nonne in meinem Training. Sie war schon seit über 30 Jahren Stationsleiterin. Im Vorfeld dachte ich mir: „Was will sie von mir lernen?“ Doch sie war wissbegierig wie ein Schwamm. Hat ganz konkrete Beispiele eingebracht, in denen es um Abwägen von Werten ging. Zum Abschluss hat sie mich umarmt: „Danke, dass ich so viel mitnehmen darf.“ Ich habe die Umarmung mit den gleichen Worten erwidert.

Mit einem Kunden hatte ich schon längere Zeit ein Training „Führen in dynamsichen Zeiten“ vereinbart. Eine Woche vor dem Training ruft er mich an und meint: „Was sollen wir tun? Meinen Bereich gibt es nicht mehr. Wir werden auf die unterschiedlichen anderen Unternehmensbereiche aufgeteilt.“ Mit meinem Sinn für Reframing habe ich spontan geantwortet: „So traurig dieser Umstand ist, so eine große Chance ist es doch, dass wir in wenigen Tagen unseren Trainingstermin haben. Dann können wir den Abschied vernünftig gestalten.“ Natürlich habe ich das Konzept völlig auf den Kopf gestellt. Menschen, die im Training am Freitag noch nicht wissen, wer am Montag ihr neuer Chef ist, sind in einer Ausnahmesituation. Mein Über-Lebens-Set für stürmische Zeiten hat gute Dienste geleistet. Im Training wurde auch geweint und sehr viel gelacht.

Auf einer Innovations-Konferenz habe ich freiwillig den Part vor dem Mittagessen genommen. Mein Thema: „Stay folish: Humor als Nährboden von Kreativität und Innovation“. Vor mir haben zwei Männer einen interaktiven Part gestaltet. Mir ist aufgefallen, dass sie immer wieder „Wir machen bis zum Mittagessen …“ sagten. Als die Teilnehmer in Murmelgruppen beschäftigt waren, bin ich daher zu einem der Vortragenden gegangen, habe ihm meine Visitkarte überreicht und mich vorgestellt als diejenige, die den nächsten Vortrag VOR dem Mittagessen macht. Darauf er ganz überrascht, das wusste ich gar nicht.“ Meine Antwort: „Genau deshalb stehe ich hier, damit sie das gegenüber den Teilnehmenden richtigstellen.“ Am Ende ihres Vortrags tat er dies auch mit den Worten: „Vor Ihnen liegt noch eine Durststrecke. Ich bin auch schon hungrig und würde gerne essen. Sie müssen aber davor noch einen Vortrag erdulden.“ Natürlich spürte ich den Ärger in mir aufsteigen. Das ist ja wirklich eine letztklassige Anmoderation. Gleichzeitig bin ich mit der Gabe gesegnet, auch an Ärgerlichem die lustige Seite zu erkennen. Es ist ein zentrales Prinzip der Clownphilosophie, auch aus Widrigkeiten Pointen zu schmieden. Also bin ich auf die Bühne: „Durststrecke. Nein wirklich nicht Durststrecke. Im Gegenteil ich werde jetzt den Raum fluten mit meinem Möglichkeits-Meer. Mit Fröhlichkeit und Kreativität. Als geistreiche Vorspeise.“

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Von welchen Menschen fühlen Sie sich inspiriert?

Herbert Pietschmann, Prof. der Physik und Philosophie, und Roman Sexl, Prof. der Didaktik der Physik, haben mich sehr geprägt. Sie haben es großartig verstanden, höchst komplexe, abstrakte Zusammenhänge mit anschaulichen Geschichten begreifbar zu machen. Seit damals ist Storytelling meine natürliche Form der Wissensvermittlung.

Häufig höre ich von meinen Teilnehmer:innen: „Sie erinnern mich an Vera Birkenbihl.“ Das ist für mich eine großartige Auszeichnung. Ihre kreativ-unkonventionellen höchst fundierten Vorträge sind für mich immer noch mein Maßstab.

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Wie verbringen Sie die Zeit vor und nach einem Seminar?

Wenn irgendwie möglich schaue ich, dass ich die erste im Seminarraum bin. Wenn ich meinen Laptop aufklappe ist mein Lieblingsfoto von mir und meinem Lebens-Buddy beim gemeinsamen Tauchen. Ich nutze ja die Allegorie des Möglichkeits-Meeres, um meine private Tauchbegeisterung und die daraus gewonnenen Erfahrungsschätze auch beruflich zu nutzen.

Ich verbinde mich mental mit der Zielgruppe. Welche verbindende Gemeinsamkeit kann ich ihnen anbieten? Welchen emotionalen freudvollen vielleicht auch lustigen Bezug habe ich zu ihnen? Schön ist es, wenn die Teilnehmenden einzeln eintrudeln und ich mit ihnen ins Gespräch komme.

Und dann: Start! Der 1. Satz. Vom Storytelling weiß ich: Eine Geschichte fängt nie am Anfang an. Hineinhüpfen und ins Thema reinziehen. Neugierde und Interesse wecken. So beginnen auch meine Trainings und Vorträge.

Ich liebe es, wenn die Teilnehmenden am Schluss noch sitzen bleiben. Die Erkenntnisse nachklingen lassen. Häufig kommen auch noch sehr persönliche Fragen. Das ist für mich sehr beglückend, wenn mir Menschen Vertrauen schenken. Und natürlich freue ich mich auch über wertschätzende Rückmeldungen: So hat z.B. ein ganz straighter sachlicher Topmanager eines technischen Unternehmens zu mir gesagt: „Sie sind bewusstseinserweiternd. Das schätze ich sehr.

Nach einem Training oder Vortrag bin ich rechtschaffen müde. Im Flow gebe ich sehr viel – auch von mir. High Performance im Training und Speaking ist schon Hochleistungssport. Von daher lasse ich mir Zeit, bevor ich meine Heimreise antrete. Das Computerspiel „2048“ hilft mir, mein Hirn zu putzen und runterzukommen. Spiel kommt ja vom mittelalterlichen Spil, was so viel Tanz heißt. Die tänzerischen Fingerbewegungen am Display sind für mich sehr entspannend.

Auf der Heimfahrt mit Auto höre ich „meinen“ Kultursender Ö1. Besonders liebe ich die wissenschaftlichen Sendungen. Und dann den Abend mit meinem Mann schön ausklingen lassen.

Meine Life-in-Balance besteht darin, dass ich in der Seminarsaison sehr intensiv arbeite und wir dafür im Sommer, über Weihnachten und Ostern und in den Herbstferien viele Wochen tauchend in tropischen Meeren verbringen.

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Haben es aus Ihrer Sicht Frauen als Trainerinnen schwerer als Männer?

Als junge Frau bin ich von den Teilnehmenden häufig gecheckt worden. Da wurden mir kritische, meine Kompetenz bezweifelnde Fragen gestellt. Diese konnte ich mit meinem fundierten Wissen locker beantworten. Mittelmäßigkeit hätte ich mir nicht erlauben können. Umgekehrt hatte ich dann den Vorteil, dass ich quasi geprüfte Kompetenz war. Vertrauensvoll haben sie sich dann auf meine Inhalte eingelassen und sich gefreut, dass ich diese in fröhlicher, kurzweiliger Weise vermittelt habe.

In den Pausen ist zumindest einmal pro Monat die Anmerkung gekommen: „Verheiratet sein möchte ich nicht mit ihnen.“ Darauf habe ich geantwortet: „Das trifft sich gut. Das wird auch meinen Mann freuen.“

Und als meine Kinder noch klein waren, wurde ich wöchentlich gefragt: „Glauben Sie nicht, dass Sie eine Rabenmutter sind und Ihnen die Kinder Vorwürfe machen werden, wenn sie groß sind?“ Das habe ich mit einem „Stopp, Herr Sowieso!“ unterbunden. Schließlich fragt man das ja Väter auch nicht.

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Was macht Sie privat UND beruflich glücklich?

Ich bin unendlich dankbar, dass ich beruflich das leben kann, was mir als Mensch wichtig ist: Menschen zu inspirieren & wachrütteln, bestärken & ermutigen, ihre einzigartige Persönlichkeit zu entfalten und in wertschätzender Weise in die Gemeinschaft einzubringen. Ihr ICH- & WIR-Sein zu gestalten und auszukosten. Das Vertrauen von Menschen zu gewinnen ist für mich beglückend. In einem Training gibt es dabei viel mehr Dialoge. Viele Menschen in einem großen Saal zu bewegen erzeugt einen mächtigen Flow. Ich freue mich riesig über wertschätzende Rückmeldungen: z.B. ein Mail von einer Teilnehmerin: „Ihre Methoden funktionieren wirklich. Sogar bei meinem Mann.“ Oder in einer Kundenzeitung: „Sie hat den Saal zum Lachen und zum Nachdenken gebracht.“ Besonders freue ich mich, wenn mir Teilnehmende lange nach dem Training schreiben, wie sie immer noch mit meiner Toolbox arbeiten. Oder auch schreiben: „Dein Buch liegt immer noch auf meinem Schreibtisch. Wenn ich es sehe, höre ich dich lachen und das motiviert mich voll.“

Privat macht es mich glücklich, wenn ich in Gesprächen spüre, was den anderen bewegt und mich umgekehrt auch verstanden fühle. Das gilt für mich nahestehende Menschen wie meine Familie genauso wie für Freunde oder auch Gelegenheitsbegegnungen. Was ich nicht mehr mag ist oberflächlicher Small-Talk. Gegenseitiges Angeben und Übertrumpfen ist für mich ein No-Go.

Vor 20 Jahren hat mich eine Freundin gefragt, was ich machen würde, wenn ich im Lotto gewinne. Ich aus der Pistole geschossen: Ich würde mir einen kaufmännischen Geschäftsführer leisten. Meinen Beruf liebe ich ja. Den würde ich weiter machen. Vor 15 Jahren habe ich meinen lieben Mann kennengelernt. Seit 14 Jahren ist er mein höchst persönlicher kaufmännischer Geschäftsführer. Viel besser als ein Lottogewinn.

Zumal uns die Begeisterung am Tauchen verbindet. Gemeinsam in tropischen Riffen zu schweben und die Artenvielfalt zu erkunden, ist ein tiefes gemeinsames Glücksgefühl. Zu Weihnachten werden wir unseren 2000. gemeinsamen Tauchgang gebührend feiern.

Mein Mann und ich engagieren uns auch ehrenamtlich. U.a. sind wir Vorstände vom Club Max Reinhardt Seminar, dem Förderverein für Schauspiel- und Regiestudierende an der Universität für Musik und darstellende Kunst, Wien. Hautnah miterleben zu dürfen, wie sich die Studierenden während des Studiums und danach entwickeln, ist für uns erfüllend. Wir gehen häufig in Inszenierungen der Studierenden und Absolventen. Zuerst genießen wir das Theaterspiel auf der Bühne. Im Anschluss sprechen wir mit ihnen von Mensch zu Mensch. In der Theater-Community fühlen wir uns zuhause.

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Über: Monika Herbstrith-Lappe

Geschäftsführende Unternehmerin von Impuls & Wirkung – Herbstrith Management Consulting GmbH, High Performance Coach, Keynote Speaker, Top Trainerin, Certified Management Consultant, Autorin von Büchern und Fachartikeln