Nicht nur Frauen neigen zu den Fallen Bescheidenheit und Perfektionismuss. Weit offen steht daher die Falle des schlechten Gewissens. Wir nehmen uns Rückschläge und Misserfolge zu sehr zu Herzen. Dem weit verbreiteten Spruch:

„Niederfallen, aufstehen, Krone zurechtrücken und weitergehen.“

fehlt etwas Essentielles: Nämlich die Reflexion, was lerne ich daraus und was mache ich beim nächsten Mal anders. So können Selbstzweifel in Stärke und Selbstvertrauen umgepolt werden. Schließlich wird FEHLER durch Vertauschen weniger Buchstaben zu HELFER und GESCHEITERT trennt nur ein „t“ von GESCHEITER!

WIDEG: Wofür Ist Das Eine Gelegenheit?

Ich freue mich auf meinen Business-Impuls für „Frau im Fokus“ im Café Museum. Also setze ich alles dran, pünktlichst aus dem von mir gehaltenen Training zu kommen. Ungünstig, dass der Trainingsort in den 2. Bezirk verlegt wurde und ich jetzt quer durch Wien muss. Typisch: Es regnet und dementsprechend ist mehr Verkehr und viel Stau. Der Blick auf mein Navigationssystem sagt mir, dass der zeitliche Puffer am Schwinden ist. Erzogen zum „artigstes Kind Österreichs“ steht jetzt die Falle ganz weit offen, dass ich in Panik verfalle, weil es ja urpeinlich ist, als Vortragende zu spät zu kommen. Doch zum Glück habe ich mich zur Souveränität 2.0 weiterentwickelt: Inkl. Ecken & Kanten, Fehlern & Pannen stimmig zu agieren.  So kann ich gleich meinen Grundsatz „WIDEG: Wofür Ist Das Eine Gelegenheit?“ in der Praxis glaubhaft, weil höchst authentisch vorführen. In meinem Business-Impuls soll es um heiter-souveräne Gelassenheit statt Peinlichkeit erzeugendem Perfektionismus gehen. Dafür ist meine aktuelle Situation ein hervorragendes Beispiel, das ich als Einstieg nutzen kann.

Kritische Situationen entkatastrophisieren!

Was kann schlimmstenfalls passieren?“ ist eine wunderbare Frage, um Situationen die Dramaenergie zu entziehen. In meinem Fall führt das ganz rasch zur Entspannung: Mir ist klar, weder ich noch jemand anderes ist in Lebensgefahr. Die Frauen treffen sich in netter Kaffeehausatmosphäre. In lebendigen Netzwerken wie „Frau im Fokus“ geht der Gesprächsstoff nicht aus. Der Falle des aufkeimenden Stresses entstiegen bin ich wieder denkfähig und kreativ. Was kann ich tun, um mein Ankommen zu beschleunigen? Souverän 2.0 kann ich um Hilfe bitten. Souverän 1.0 wollen wir makellos funktionieren. In dieser Logik wäre es ein Zeichen der Schwäche, auf andere angewiesen zu sein. Souverän 2.0 ist es Ausdruck von Stärke, sich Unterstützung organisieren zu können. So bin ich dankbar, dass mein Mann sich anbietet, zum Café Museum zu kommen, um mein Auto zu übernehmen, was mir die Zeit der Parkplatzsuche erspart.

Anti-Mikado-Strategie

Es gibt den wenig wertschätzenden Witz vom Beamten-Mikado. Angeblich verliert der, der sich zuerst bewegt. Ich empfehle – und nutze jetzt – die Anti-Mikado-Strategie: Wer sich zuerst bewegt, bestimmt das Spiel! In der Überzeugung „Am meisten Zeit kosten die Gespräche, die man versäumt hat zu führen“ setze ich alles daran, das Gespräch zu suchen, bevor mich der Konflikt findet. Telefonisch informiere ich die Veranstalterinnen, dass ich mich ca. 15 Minuten verspäten werde. Übrigens, wenn wir wissen, worauf wir uns einlassen, empfinden wir es als weniger schlimm. Wenn die Moderatorin z.B. weiß, dass es noch ca. eine Viertelstunde dauern wird, empfindet sie die Zeit als wesentlich kürzer, als wenn sie das nicht wüsste und jeden Moment mit meiner Ankunft rechnet. Ein Spagat besteht darin, einerseits Hintergrundinformation geben, wodurch meine Verzögerung entsteht, was es den anderen leichter macht, mein Problem zu akzeptieren ohne andererseits in die Falle der Rechtfertigung zu tappen, was mich klein und hilflos erscheinen lässt. Das ist vor allem eine Frage meiner inneren Haltung und Einstellung. Souverän 2.0 fällt mir kein Stein aus der Krone, von einem Missgeschick zu berichten. Ich bleibe in meiner Würde.

Souverän 2.0 ankommen

Auch wenn es bei meiner Anfahrt bis zum fliegenden Autowechsel noch höchst hektisch zugeht, möchte ich meinen Business-Impuls souverän 2.0 starten. Als nutze ich das zweit-wichtigste Mittel gegen Stress: Tiefes Durchatmen mit brummenden Tönen. Die regenerierende Wirkung des Rauchens beruht auf der entspannenden Wirkung des tiefen Ausatmens. Deshalb empfehle ich – in Anlehnung an Menschen die Gefüllte Paprikas OHNE Paprika essen – Rauchpausen OHNE zu rauchen als gesunde Strategie, um aus Stress auszusteigen: Das genüssliche Ausatmen ist nämlich ohne Nikotin wesentlich gesünder. Wenn dabei zusätzlich die Lippen brummend vibrieren, lockert das unseren Kaumuskel – nach der Gebärmutter der stärkste Muskel im menschlichen Körper, der im Stress am allermeisten anspannt. Damit ist auch klar, dass ich das als Eis-brechende Einstiegsübung demonstrieren werde. Damit erzeuge ich die wirkungsvollste Anti-Stress-Strategie: herzhaftes Lachen

Beflügelnder Humor

Beim Lachen entspannen sich alle Muskeln. Deshalb zerkugeln wir uns vor lauter Lachen: Mit derart entspannten Muskeln können wir weder aufrecht sitzen noch gehen. Vielleicht bekommen wir sogar Muskelkater vom intensiven Lachen: Das Zwerchfell bewegt sich derart intensiv und versorgt dabei unsere inneren Organe mit so viel Sauerstoff, dass 2 Minuten Lachen die gleich gesunde Wirkung wie 20 Minuten Joggen hat. Dass es sich daher empfiehlt, die Jogger auszulachen, ist eine nette Pointe. Klüger ist es, Lachen und Sport zu kombinieren.

Entwickeln Sie einen Sinn für die Pointen des Lebens. Ist es Ihnen schon einmal aufgefallen: Pannen sind im Nachhinein Geschichten, die besonders gerne erzählt werden. Also machen Sie es sich zum Motto: Irgendwann finden wir es lustig, warum lachen wir nicht gleich darüber? Entwickeln Sie einen Sinn für die Pointen des Lebens. Denn Humor ist ein wunderbarer Stoßdämpfer für die Ecken & Kanten des Lebens.

Karl Valentins Ausspruch

„Jedes Ding hat 3 Seiten: die negative, die positive und die komische.“

bewahrheitet sich auch für meine hürdenreiche Anreise: Primär war es natürlich unerfreulich, dass ich mich verspätet habe. Ich hätte viel darum gegeben, frühzeitig da zu sein und die Veranstalterinnen und Teilnehmerinnen entspannt zu begrüßen. Positiv war daran, dass ich ein wunderbar anschauliches Beispiel zu meinem Thema hatte. Und wir haben gemeinsam herzlich gelacht.

Glückliche Menschen leben länger glücklich

Ich bin dankbar für einen freudvoll-intensiven Business-Impuls, den ich gestalten durfte. Es ist für mich beglückend, wenn meine Impulse fruchtbaren Nährboden finden und freudvoll aufgegriffen werden. Um die lebensverlängernde Wirkung von Glück – von Martin Seligmann, dem Begründer der positiven Psychologie, wissenschaftlich fundiert – ist es in meinem Vortrag auch gegangen. Er hat nachgewiesen, dass Nonnen mit einer freudvollen Lebenseinstellung dramatisch länger leben. Von den Frauen, die sich mit einem Bewerbungsschreiben voller positiver Gefühle beworben haben, werden 90 % über 80 Jahre alt und 54 % sogar über 90 – gegenüber entsprechenden Quoten von nur 34 % bzw. 11 % der Nonnen mit wenig positiven Gefühlen. Die eigenen Glücksmomente auszukosten und im Alltag zu ankern lautet hier die Empfehlung inkl. der Warnung vor der Falle des Vergleichens. Karl Böhm:

„Glück ist ein Maßanzug.
Unglückliche Menschen sind jene, die den Maßanzug eines anderen tragen wollen.“

D.h. auch hier geht es wieder um Authentizität, um die Fähigkeit sich NICHT anzupassen. Denn das schlimmste Gefängnis ist die Angst, was andere über mich denken. Dann geben wir den anderen die Macht über uns. Wir werden dann gelebt und leben nicht selbst. Daher auch mein Appell: Sei das 5. Rad am Wagen – das Lenkrad!Haben Sie die Courage (= das Herz!) eigen-artig zu sein. Das ist viel besser als fremdgesteuert artig. Stehen Sie zu Ihrer Einzig-Artigkeit – auch wenn das andere eigenartig finden. In Ihrem Buch „5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen“ setzt Bronnie Ware an die Spitze: Ich wünschte ich hätte den Mut gehabt, mein eigenes Leben zu leben und nicht nur die Erwartungen der anderen zu erfüllen. Es ist unklug in vermeintlicher Sicherheit zu verharren statt mutige Entscheidungen zu treffen. Nehmen Sie es wörtlich: Mein Leben FÜHREN.

Beziehungen sind gesund

Eine der wichtigsten Erkenntnisse des Abends: Das Netzwerken im Rahmen der Veranstaltungen von „Frau im Fokus“ wirkt nicht nur bestärkend und vergnüglich sondern auch lebensverlängernd: Menschen mit gut-gepflegten Beziehungen haben ein nur halb so großes Risiko im nächsten Jahr zu sterben. René Descartes berühmter Ausspruch „Ich denke als bin ich.“ greift viel zu kurz.

„Ich kommuniziere also sind wir.
Wir kommunizieren also bin ich.“

von meinem Physik- und Philosophieprofessor Herbert Pietschmann wird durch aktuelle Erkenntnisse der Neurowissenschaft bestätigt. Der Volksmund findet hier auch Bekräftigung: „Durch’s Reden kommen die Leute zusammen.“ Netzwerke wie „Frau im Fokus“ bieten dafür einen würdigen Rahmen.

Auf „Frau im Fokus“ finden Sie die Nachles zu meinem Business-Impuls „Heiter-souveräne Gelassenheit statt Perfektionismus“ inkl. Fotos und der Präsentationsunterlagen mit vielen merk-würdigen Aussprüchen & Zitaten.

Foto: Barbara Huber | www.barbara-huber.at

 

Monika Herbstrith-Lappe

Über: Monika Herbstrith-Lappe

Geschäftsführende Unternehmerin von Impuls & Wirkung – Herbstrith Management Consulting GmbH, High Performance Coach, Keynote Speaker, Top Trainerin, Certified Management Consultant, Autorin von Büchern und Fachartikeln